Bert Brecht

Brecht -Gedichte-Klang-Collage

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Ich, Bertolt Brecht / An die Nachgeborenen / Wer zuhause bleibt, wenn der Kampf beginnt / Adresse des sterbenden Dichters an die Jugend

Aus: Zeit wird knapp. Musiker: Heiner Goebbels, Alfred Harth, Dagmar Krause, Ernst Stötzner

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Bert Brecht: Sonett Nr. 19

Nur eines möcht ich nicht: daß du mich fliehst.
Ich will dich hören, selbst wenn du nur klagst.
Denn wenn du taub wärst, bräucht ich, was du sagst
Und wenn du stumm wärst, bräucht ich was du siehst

Und wenn du blind wärst, möcht ich dich doch sehn.
Du bist mir beigesellt als meine Wacht:
Der lange Weg ist noch nicht halb verbracht
Bedenk das Dunkel, in dem wir noch stehn!

So gilt kein „Laß mich, denn ich bin verwundet!“
So gilt kein „Irgendwo“ und nur ein „Hier“
Der Dienst wird nicht gestrichen, nur gestundet.

Du weißt es: wer gebraucht wird, ist nicht frei.
Ich aber brauche dich, wie’s immer sei
Ich sage ich und könnt auch sagen wir.

Bertold Brecht: Gedichte über die Liebe. Ausgew. von Werner Hecht. Büchergilde Gutenberg, 1985