Weitergehen

„Etwas fängt an, etwas hört auf, als ständige Begleitmusik der Existenz. Anfang und Ende als überbewertete, abgedroschene Metapher. [Ihm] wird klar, dass das schlichtweg nicht stimmt. Das Weitergehen ist es. Allein das ständige Weitergehen, unabhängig aus welcher Richtung der Wind pfeift. Wir wissen nur nicht, was ans Leben anschließt und was ihm vorausgeht. Aber hier, im beschränkten Ausschnitt des Daseins hört etwas auf und fängt gleichzeitig etwas an, geht es immer weiter, bis zum Wechsel ins Unsichtbare.
Das Unsichtbare gibt es auch im Diesseits. Die Wirklichkeit ist immer eine Frage der Perspektive.“

Aus: Thomas Raab: Der Metzger sieht rot. S. 308

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4 Kommentare

    1. Ja, man neigt dazu, sein Leben in Abschnitte einzuteilen, das ist ja tatsächlich Blödsinn, wenn man es genauer betrachtet, der 30./40./50. Geburtstag z.B., der jeweils von vielen als Zäsur betrachtet wird (huch, nun bin ich alt), ist doch in Wirklichkeit nur ein Tag nach dem vorherigen, an dem man sich auch nicht anders gefühlt hat als heute. Einfach weitermachen ist eine gute Perspektive.

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